Kindheit in Drogenhölle: Kurt Cobains Tochter packt aus.

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Frances Bean Cobain ist die Tochter von niemand Geringerem als Grunge-Ikone Kurt Cobain und Sängerin Courtney Love. Doch mit ihren berühmten Eltern hat die 25-Jährige einiges abzurechnen.

Millionen von Menschen verehren den Nirvana-Sänger als viel zu früh verstorbene Musiklegende. Aus seinem Schatten wird seine heute 25-jährige Tochter wohl niemals heraustreten können. Im Gegensatz zu seinen Fans hat Frances Bean Cobain jedoch nicht nur Bewunderung für den Musiker übrig. Schon von klein auf erlebt das Mädchen, was es heißt, mit nicht nur einem, sondern zwei drogenabhängigen Elternteilen aufzuwachsen.

Frances Bean ist erst zwei Wochen auf der Welt, als sie 1992 aus der Obhut ihrer Eltern genommen wird – aufgrund der Befürchtung, ihre Mutter habe während und nach der Schwangerschaft wissentlich Heroin genommen. Erst nach einem langen Rechtsstreit bekommen Kurt Cobain und Courtney Love das Sorgerecht für ihre Tochter zurück.

Das letzte Mal lebendig sieht die Eineinhalbjährige ihren Vater im April 1994, als sie ihn in einer Entzugsklinik besucht. Eine Woche später nimmt der 27-Jährige eine Überdosis Heroin und erschießt sich.

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Sie erzählt: „Ich mag Nirvana nicht einmal besonders gerne. Ich war ungefähr 15, als ich entdeckte, dass ich ihm nicht entkommen konnte. Selbst wenn ich im Auto saß und das Radio anhatte, war da mein Dad“, so die Erbin eines 450-Millionen-Dollar-Vermögens im Interview mit dem Magazin Rolling Stone. „Unsere Kultur ist nun einmal besessen von toten Musikern. Wir lieben es, sie auf einen Sockel zu stellen. Wenn er nur irgendein Typ gewesen wäre, der auf schlimmste Art seine Familie verstoßen hat … Aber das war er nicht. Er hat Leute dazu inspiriert, ihn heiligzusprechen.“

Nach dem Tod ihres Vaters wächst Frances Bean zum Großteil bei ihrer Mutter Courtney Love, Sängerin der Band „Hole“, auf. Was das bedeutet, davon gibt die damals 17-Jährige vor Gericht einen erschütternden Einblick. Nach der Verhandlung von 2009 wird verfügt, dass sich die Sängerin ihrer Tochter nicht mehr nähern darf: „Sie nimmt Drogen, so lange ich denken kann. Sie lebt derzeit von Xanax (…), Zucker und Zigaretten. Sie isst selten. Oft schläft sie in ihrem Bett beim Rauchen ein, und ich habe ständig Angst, dass sie ein Feuer auslöst (was mindestens schon dreimal passiert ist), das unser Leben in Gefahr bringt“, sagt der Teenager unter Eid aus.

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„Meine Mutter ist besessen davon, Betrug aufzudecken, und verbringt den Großteil des Tages damit, sich über den Betrug aufzuregen, der ihr und mir angeblich angetan wurde. Sie schlägt Türen zu, zerbricht Dinge, stampft durchs Hotel oder Apartment und verbringt Stunden damit, ins Telefon zu brüllen.“ Außerdem soll der Familienhund nach dem Verzehr einer von Courtney Loves Tablettenpackungen gestorben sein. Das Verhältnis zur Mutter ist so angespannt, dass die junge Frau Courtney nicht einmal einlädt, als sie im Juni 2014 vor den Traualtar tritt, sondern sie erst hinterher über die Heirat informiert.

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Seit zwei Jahren zeigen sich die beiden jedoch immer wieder innig und versöhnt zusammen in der Öffentlichkeit. Was auch immer die Annäherung zwischen Mutter und entfremdeter Tochter ausgelöst haben mag, es scheint ihnen gutzutun.

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Frances Bean nutzt als Malerin vor allem ihre Kunst, um die Vergangenheit zu verarbeiten. Denn ungeschehen machen, was passiert ist, kann sie nicht: „Wenn er sich nicht umgebracht hätte, hätte ich einen Vater gehabt. Und das wäre bestimmt eine unglaubliche Erfahrung gewesen.“