Sylvester Stallone: “Es gibt keinen größeren Schmerz!”

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1976 wurde nicht nur “Rocky” geboren, sondern auch Sylvester Stallones erstes Kind Sage. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn galt zeitlebens als schwierig. Nach dem frühen Tod von Sage 2012 lüfteten seine Freunde das Geheimnis um den Grund für den Groll, den der junge Mann gegen seinen eigenen Vater hegte.

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Sage Moonblood Stallone wird am 5. Mai 1976 als erster Sohn von Sylvester Stallone und Sasha Czack geboren. Sein Vater steht zu diesem Zeitpunkt mit dem Film “Rocky”, dessen Drehbuch er selbst geschrieben hat, kurz vor seinem großen Durchbruch.

Mit dem unerwartet großen Erfolg des Streifens wird der bis dahin verarmte Sylvester Stallone über Nacht zum reichen Hollywoodstar. Von diesem Moment an stürzt sich der damals 28-Jährige in neue Projekte, um seine Karriere weiter voranzutreiben. Doch für Ehefrau Sasha und Sohn Sage hat Stallone aufgrund seines Jetset-Lebens immer seltener Zeit. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Sergeoh (1979) lassen sich Sylvester und Sasha 1985 schließlich scheiden.

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Als Sage 14 Jahre alt ist, gibt ihm sein Vater eine Rolle in seinem Film “Rocky V” (1990). Die Rolle des Rocky Balboa junior weist jedoch für Sage erschreckend reale Parallelen zu seinem privaten Vater-Sohn-Verhältnis auf. Im Film spielt Sage den Sohn des Boxers Rocky Balboa, der sich ungeliebt und vernachlässigt fühlt und alles tut, um seinem Vater zu gefallen. In einem Interview äußerte sich Sage Stallone zu der gemeinsamen Zeit mit seinem Vater am Set von “Rocky V” und erklärte, wie ihm eine bestimmte Passage im Drehbuch die Augen öffnete:

“Als ich schrie: ‘Du hast nie Zeit für mich! Du hast dich nie um meine Mutter gekümmert!’, war das die volle Wahrheit. Ich sah direkt ins Gesicht meines Vaters und meinte das ernst.”

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Doch die gemeinsame Zeit am Set sorgt auch dafür, dass Vater und Sohn sich wieder näherkommen, wie Sage im selben Interview erzählte:

“Wir haben viele Dinge aufgearbeitet, dabei brachen wir ein paar Mal in Tränen aus. Nach dem Film hat sich alles geändert. Heute würden wir alles füreinander tun.”

Das neu geknüpfte Band erleidet jedoch einen irreparablen Schaden, als Sylvester die Rolle des Rocky Balboa junior im sechsten Teil der Rocky-Filmreihe nicht erneut an Sage, sondern an Schauspieler Milo Ventimiglia vergibt. Sage, der die Rolle gerne ein zweites Mal gespielt hätte, war laut Freunden sehr enttäuscht darüber und distanzierte sich daraufhin immer weiter von seinem Vater.

Fortan versucht Sage selbst sein Glück im Showgeschäft – mit eher mäßigem Erfolg. Er spielt Rollen in mehreren kleinen Filmproduktionen und versucht sich selbst als Regisseur, doch sein berühmter Nachname hilft ihm dabei nicht, an die großen Erfolge seines Vaters anzuknüpfen. Er wird zum Kettenraucher und ernährt sich von Tortilla-Chips und Limonade.

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Laut Freunden von Sage soll der Vater, der immer sehr viel Wert auf einen gestählten Körper legte, das Übergewicht seines Sohnes missbilligt haben. In einem Interview ließ Sylvester über seinen Sohn verlauten:

“Er hasst das Fitnessstudio wie die Pest und interessiert sich für abstrakte Kunstfilme. Damit hat er sich selbst in eine Position gebracht, in der er niemals mit mir verglichen werden wird.”

Doch auch wenn das Verhältnis sich in den Jahren danach nicht bessert, finanziert Sylvester Sages Leben und seine Träume weiterhin konstant. Seinen Freunden gegenüber äußerte Sage des Öfteren, dass er seinem Vater ein Haus in den Hollywood Hills und ein finanziell sorgloses Leben zu verdanken habe, was er ihm hoch anrechnet.

Am 13. Juli 2012 wird Sage von seiner Haushälterin tot in seinem Apartment in Los Angeles aufgefunden. Ermittler finden zudem unzählige leere Pillendöschen in der Wohnung. Eine Autopsie an Sages Leichnam ergibt schließlich, dass er, entgegen einer Vielzahl an Spekulationen von Medienberichten zu dieser Zeit, nicht an einer Überdosis Medikamenten, sondern an Herzversagen starb. Warum das Herz des 36-Jährigen plötzlich versagte, ist unklar, jedoch wurde bei ihm bereits im Alter von 10 Jahren ein auffälliges Herzgeräusch festgestellt. Auch sein ungesunder Lebensstil könnte zu seinem frühen Tod beigetragen haben.

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In einer Pressemitteilung zum Tod seines Sohnes wendet sich Sylvester Stallone mit rührenden Worten an die Öffentlichkeit:

“Wenn Eltern ein Kind verlieren, gibt es keinen größeren Schmerz. Deshalb flehe ich euch an, das Andenken an meinen talentierten Sohn zu ehren und seiner liebenden Mutter Sasha Mitgefühl entgegenzubringen. Dieser qualvolle Verlust wird uns für den Rest unseres Lebens verfolgen. Sage war unser erstes Kind und das Zentrum unseres Universums.”

Diese emotionalen Worte richtet Stallone vor allem an die Medien, die trotz Autopsiebericht weiterhin öffentlich über eine Medikamentenabhängigkeit von Sage spekulieren. Der Vater des 36-Jährigen ist sich dagegen sicher, dass sein Sohn die Vielzahl an Pillendöschen nur als Requisiten für ein Filmprojekt sammelte.

Quelle: People, Mirror